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Kickers wollen Derbysieg gegen den KSC!

23 Oktober 2012 Kein Kommentar

Am Mittwoch um 18 Uhr steigt das heiß ersehnte Derby der Stuttgarter Kickers gegen den Karlsruher Sportclub im Waldaustadion. Nach der unnötigen Heimniederlage gegen Wacker Burghausen wollen die Blauen mit einem Sieg gegen den KSC den Abstand zu den Abstiegsplätzen weiter vergrößern und sich in der Tabelle wieder vor die Badener schieben. Im Vorverkauf wurden bereits 4.500 Eintrittskarten abgesetzt, so dass sich die Fans auf einen stimmungsvollen Abend bei Flutlichtatmosphäre freuen können.

Im Nachholspiel des 12. Spieltags, der wegen angeblicher Sicherheitsbedenken verschobenen Partie zwischen den Kickers und dem KSC, geht es für beide Mannschaften um viel. Keiner der Clubs will sich ähnlich gründlich blamieren, wie Vertreter von Stadt und Polizei es im Vorfeld des Spiels fast schon komödiantisch dargeboten haben. Gipfel der Darbietung war der weitsichtige und deeskalierende Vorschlag, das Spiel im Neckarstadion während des Volksfestes stattfinden zu lassen. Dort hätten sich Kickers- und KSC-Fans gleichermaßen wohlgefühlt und nach dem Spiel hätten sich die Fangruppen zur ungehinderten Austragung von Meinungsverschiedenheiten auf dem Wasen unters Volk gemischt und mit den dort zahlreich vertretenen Cannstatt-Anhängern “verbrüdern” können. Das wäre wohl ein historisch lustiger Abend geworden, doch irgendwo fand sich dann doch noch ein Fünkchen Verstand bei den Verantwortlichen und man verschob das Spiel. Einen besonders üblen Beigeschmack bekommt diese Farce dadurch, dass man den wahren Grund für die räumliche bzw. zeitlichen Verschiebung des Derbys auf Kosten der Fans der Kickers und des KSC verschleiern wollte. Fakt ist, dass es keine außergewöhnliche Rivalität zwischen den beiden Fanlagern gibt und die Duelle in letzter Zeit alle reibungslos über die Bühne gingen. Die Polizei hatte schlichtweg wegen des parallel stattfindenden Volksfests auf dem Wasen und einer S21-Demonstration einen Kapazitätsengpass.


Einen Engpass muss Kickers-Trainer Dirk Schuster ebenfalls bewältigen, er wird sich jedoch sicherlich etwas professioneller Verhalten. Schuster muss neben den verletzten Kickers-Kapitän Enzo Marchese und Fabian Gerster auch auf den Gelb-Rot-gesperrten Jerome Gondorf verzichten. Gerster wird als Alternative auf den Außenverteidigerpositionen seit Wochen schmerzlich vermißt und Gondorf hatte im Heimspiel gegen Burghausen seinerseits Marchese auf der zentralen offensiven Mittelfeldschaltstelle ersetzt und fehlt nun auch. Da Sandrino Braun zuletzt nicht mehr erste Wahl war, steht für die drei Positionen im zentralen Mittelfeld mit Marcel Ivanusa nur noch ein Stammspieler zur Verfügung. Braun wird also fast zwangsläufig wieder auf die 6er-Position neben Ivanusa rücken, sofern Schuster ihm nicht Dominique Fennell vorzieht und Patrick Auracher wieder als Innenverteidiger aufläuft. Im zentralen offensiven Mittelfeld scheint Tobias Rühle, der nach seinen Einwechslungen immer wieder für Torgefahr sorgte, die besten Karten zu haben. Nachdem die Kickers gegen Burghausen im 4-1-3-2-System aufliefen und Kevin Dicklhuber als zweite, hängende Spitze neben Marco Grüttner nicht überzeugen konnte, ist eine Rückkehr zum gewohnten 4-2-3-1-System wahrscheinlich. Die Kickers belegen aktuell mit 15 Punkten Platz 13 in der Tabelle, mit einen Punkt weniger und einen Platz hinter dem KSC.

Die Badener sind zwar seit drei Spielen ungeschlagen, doch es läuft nicht rund am Wildpark. Nach dem 3:0 Erfolg gegen RW Erfurt kamen die Karlsruher gegen Unterhaching und in Babelsberg jeweils nicht über ein torloses Unentschieden hinaus und verpassten es, in der Tabelle nach oben zu klettern. Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga tauschte der KSC, der finanziell auf sehr wackeligen Füßen steht, fast den gesamten Kader aus. Trotz klammem Geldbeutel wurde aber kräftig investiert und so zieren bekannte Namen wie Getan Krebs, Dominic Peitz, Karim Benyamina, Rouwen Hennings oder Jan Mausersberger den Kader, der über reichlich Bundesligaerfahrung verfügt. Auch Elia Soriano, den die Kickers unbedingt verpflichten wollten, ist beim KSC gelandet, spielt dort aber keine Rolle und kommt über Jokereinsätze nicht hinaus.
Ähnlich wie die Kickers hat der KSC zu wenig Punkte aus Spielen mitgenommen, wo man klar das bessere Team war. Nun stottert der Motor und der angepeilte und finanziell dringend notwendige Aufstieg rückt in immer weitere Ferne. Der KSC hat ein hohes individuelles und spielerisches Potenzial, die ganze Last liegt in der Offensive allerdings auf den Schultern von drei Spielern, die 13 der 14 Saisontreffer des KSC markierten. Shootingstar Hakan Calhanoglu (4 Tore) im Mittelfeld und die Stürmer Koen van der Biezen (5 Tore) und Rouwen Hennings (4 Tore) sind bislang die einzigen torgefählichen Spieler. Die Kickers sollten also gewarnt sein und insbesondere darauf achten, dass sie keine unnötigen Standardsituationen verursachen, denn in dieser Disziplin ist Calhanoglu ligaspitze. KSC-Coach Markus Kauczinski bevorzugt als einer der wenigen Trainer in der 3. Liga die 4-4-2-Formation, läßt sich aber die Variante offen mit einer Raute im Mittelfeld oder einer flachen 6 zu spielen. Beim KSC sind alle Spieler an Bord und so kann Kauczinski personell aus dem vollen Schöpfen. Aus Karlsruhe werden 1.500 Fans erwartet, die in Degerloch ihre Mannschaft anfeuern werden.

Der Sieger wird in der Tabelle auf Platz 10 springen, wichtiger dürfte den Fans aber der Sieg im Derby sein. Der KSC ist dafür bekannt mit viel Schwung zu beginnen. Die Blauen müssen also von Beginn an aufmerksam sein, um einen frühen Gegentreffer zu vermeiden. Gelingt es den Kickers Hennings, van der Biezen und Calhanoglu in den Griff zu bekommen, dann haben die Degerlochen gute Karten. Zudem ist der KSC auch immer für Patzer in der Defensive anfällig. Kickers-Goalgetter Marco Grüttner ist derzeit in guter Form und kann diese Fehler hoffentlich ausnutzen. Insgesamt spricht die individuelle Klasse und die Erfahrung sicherlich für den KSC, die Kickers werfen ihrerseits mannschaftliche Geschlossenheit und absoluten Siegeswillen in die Waagschale. Auch die Fans der Blauen sind bei der großen Anzahl der KSC-Fans gefordert die Oberhand zu behalten, damit die Antwort auf die Frage, wer die Macht unterm Fernsehturm ist, nur heißen kann: “Nur der SVK!”

Auf die Blaue!

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