Home » Erste Mannschaft, Featured

0:2 Derbyniederlage gegen den KSC!

24 Oktober 2012 Kein Kommentar

Die Stuttgarter Kickers verlieren das Derby gegen den KSC mit 0:2 und bleiben damit auf Tabellenplatz 13. Knapp 6.500 Zuschauer im Waldaustadion sahen ein einseitiges Flutlichtspiel bei Gänsehautatmosphäre, das einen verdienten Sieger sah. Klingmann und Alibaz trafen für die Gäste aus Baden. Die Blauen aus Degerloch konnten mit den überlegenen Karlsruhern nicht mithalten und spielten zu ängstlich.

Bei den Kickers bot schon die Mannschaftsaufstellung die erste Überraschung. Der verletzte Enzo Marchese tauchte dort plötzlich zur Verwunderung aller auf. Eine Blitzgenesung, die nur auf die magischen Fähigkeiten der blauen Medizinmänner zurückzuführen sein kann. Im Mittelfeld besetzten Marcel Ivanusa und Sandrino Braun die zentralen defensiven Positionen. Patrick Auracher blieb in der Innenverteidigung neben Julian Leist und musste seinen Platz nicht für Dominique Fennell räumen. Überraschend blieb auch Fabio Leutenecker zunächst nur der Platz auf der Bank. Für ihn startete Kevin Dicklhuber auf der rechten offensiven Außenbahn. Die zuletzt nicht immer sattelfeste Außenverteidigung mit Thorben Stadler und Kai Bastian Evers bekam eine Bewährungsprobe. Kickers-Trainer Dirk Schuster kehrte also zum gewohnten 4-2-3-1-System zurück.

KSC-Trainer Markus Kauczinski wechselte seine Stammformation aus dem letzten Spiel auf zwei Positionen. In der Außenverteidigung spielte Dennis Kempe für Sebastian Schiek und im defensiven Mittelfeld musste Steffen Haas für den defensiveren Dominic Peitz weichen. Das 4-4-2-System mit flacher 6 blieb durch die personellen Veränderungen aber bestehen.

Das Spiel begann vor einer unglaublichen Stimmung nervös und fahrig. Doch dnn klatschte es am Gehäuse von Kickers-Torwart Daniel Wagner. Calhanoglu hatte aus halbrechter Position von der Strafraumgrenze abgezogen und der Ball senkte sich an die Latte. Wagner wäre ohne jede Abwehrchance gewesen (3. Minute). Nach diesem Aufreger übernahm der KSC die Kontrolle über die Partie, erarbeitete sich einige Standardsituationen, die aber ungefährlich blieben. Nach 14 Minuten hatten die Blauen erneut Glück. Hennings ließ den Ball auf der linken KSC-Angriffsseite geschickt passieren, Alibaz legte den Ball von der Torauslinie quer in den Strafraum aber der technisch starke Calhanoglu verzog weit. Kurz darauf konnte sich KSC-Keeper Dirk Orlishausen zum ersten Mal auszeichnen als er einen Stadler Freistoß aus 25-Metern aus halblinker Position gerade noch aus dem Winkel fischen konnte. Warum es danach Abstoß gab bleibt das Geheimnis von Schiedsrichter Christ. Die Kickers wirkten nach der ersten Torgelegenheit zunächst etwas aktiver, verfielen dann aber wieder in unerklärliche Passivität. Der KSC ließ sich davon anstecken und so verflachte das Geschehen bis zur 25. Minute mehr und mehr. Doch dann gab es den nächsten Auftritt von Schiedsrichter Christ. Leist verschätzte sich bei einem Pass der Karlsruher ins Zentrum, van der Biezen kam an den Ball, lief auf Wagner zu, legte sich den Ball aber zu weit vor. Van der Biezen ließ sich ohne Berührung durch Wagner fallen und Cjrist zeigte auf den Punkt. Der Ex-Regensburger Alibaz konnte sich aber glücklicherweise an die Fanfreundschaft zwischen dem Jahn und den Blauen erinnern, trat an und semmelte die Kugel über die Latte (26.). Nach 35 Minuten fiel dann die verdiente Führung für den KSC. Nach einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld der Kickers passte Calhanoglu am Strafraum quer, Hennigs leitete den Ball auf den heranstürmenden Klingmann weiter, der durch die Beine von Wagner zum verdienten 0:1 vollstreckte. Bereits nach 42 Minuten hatte Schuster genug vom schwachen und zudem mit einer Gelben Karte belasteten Dicklhuber gesehen und machte Platz für Leutenecker (43.), der vor der Pause gleich etwas mehr Dynamik in die Partie brachte. Dennoch blieb es zum Pausenpfiff beim 0:1, mit dem die Kickers gut bedient waren. Zu zögerlich und unsicher präsentierten sich die Blauen und man durfte gespannt sein, wie Schuster seiner Mannschaft neuen Mut einimpfen würde.

Sandrino Braun, der neben Marcel Ivanusa keine Ordnung ins Mittelfeld bekam, blieb in der Kabine und die mit Rico Wentsch brachte Schuster einen hoffnungsvollen Nachwuchsstürmer. Die Blauen agierten nun in einer offensiveren 4-1-3-2-Formation. Auf Seiten des KSC gab es keine Wechsel und die erste Torchance ging auch auf das Konto der Badener. Wagner konnte einen Hennings-Fernschuss gerade noch an den Außenpfosten lenken. Der KSC übernahm erneut die Initiative und die Kickers fanden nicht ins Spiel. Hohe Bälle in die Spitze waren das Mittel der Wahl bei den Blauen, brachten aber gegen die baumlangen KSC-Verteidiger keinerlei Gefahr. Die Blauen konnten bis zur 60. Minute keine Torchance mehr verzeichnen, während sich der KSC immer torgefährlich und spielerisch ansprechend präsentierte. Vier Minuten später versuchte es Marchese aus der Distanz, sein Schuss ging aber weit übers Tor. In der 66. Minute räumt der bereits verwarnte Kempe Kickers-Stürmer Marco Grüttner vor dem KSC-Strafraum rüde ab, doch anstatt Freistoß lies Schiedsrichter Christ weiterspielen. Schuster setzte nun voll auf Offensive und wechselte Tobias Rühle für den fleißigen aber glücklosen Mahir Savranlioglu ein (67.). Kurz darauf trat Hennings an, wurde zunächst gestoppt doch van der Biezen schalltete 35 Meter vor dem Tor am schnellsten und passte den Ball nach links auf Alibaz. Der umkurvte im Strafraum seinen Gegenspieler und traf ins lange Eck, wobei der Abschluss nucht unhaltbar schien (70.). In der 74. Minute hatte Gordon auf Seiten des KSC Glück, dass er nach einer Attacke abseits des Balls Grüttner foult und mit einer gelben Karte davonkam. Das Spiel war nun entschieden und die Kickers konnten sich nicht mehr steigern und eine Aufholjagd starten. Der KSC spielte das Spiel souverän herunter, ohne viel zu riskieren. So blieb es folgerichtig beim verdienten Sieg des KSC.

Die Kickers konnten die Badener nicht so unter Druck setzen, dass etwas Zählbares möglich gewesen wäre. Der KSC hatte aber auch den größeren Siegeswillen und spielte seine individuelle Klasse gekonnt aus. Sicherlich verfügen die Blauen nur über einen Bruchteil der finanziellen Mittel ihres Gegners, ein bisschen mehr Leidenschaft und Überzeugung hätten die Kickers-Fans, die auf den Rängen richtig Dampf machten, in jedem Fall verdient gehabt. Auch die Führungsspieler der Blauen konnten das Spiel nicht an sich reißen und so muss man mit dem Ergebnis leben. Dennoch kann der KSC kein Maßstab sein und am kommenden Samstag haben die Blauen erneut zuhause die Chance, gegen Unterhaching endlich wieder einen Heimsieg einzufahren. Am Samstag um 14 Uhr müssen die Blauen endlich auch spielerisch wieder mutiger agieren und mit Vertrauen in die eigene Stärke mutig auftreten, damit die Punkte im Waldaustadion bleiben.

Statistik:

Stuttgarter Kickers: 1 Wagner – 19 Evers, 3 Auracher, 5 Leist, 20 Stadler – 6 Braun (46. Wentsch), 7 Ivanusa – 18 Dicklhuber (43. Leutenecker), 10 Marchese (C), 24 Savranlioglu (67. Rühle)– 9 Grüttner

Ersatzbank: 38 Krauss (Tor); 4 Köpf, 8 Sprung, 14 Rühle, 16 Leutenecker, 26 Fennell, 27 Wentsch

Trainer: Dirk Schuster

Karlsruher SC: 1 Orlishausen (C)– 2 Klingmann, 3 Gordon, 5 Kempe (Schiek 78.), 6 Mauersberger – 20 Alibaz, 13 Peitz (Haas 84.), 10 Calhanoglu, 26 Varnhagen – 17 Hennings, 28 van der Biezen (Kern 90.)

Ersatzbank: 14 Moritz, 7 Dulleck, 18 Haas, 22 Schiek, 23 Kern, 24 Benyamina, 25 Blum

Trainer: Markus Kauczinski

Schiedsrichter: Tobias Christ (Münchweiler an der Rodalb)

Tore: 0:1 Klingmann (35.), 0:2 Alibaz (70.)

Gelbe Karten: Dicklhuber, Leutenecker / Peitz, Kempe, Hennings, Gordon

Besonderes: Alibaz (KSC) verschießt Foulelfmeter (26.)

Zuschauer: 6420 im Waldaustadion

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar, trackback diesen Artikel oder abonniere die Kommentare via RSS.

Sportlich, fair bleiben. Danke!

Du kannst diese HTML-Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>