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Kickers stehen gegen Unterhaching unter Druck!

26 Oktober 2012 Kein Kommentar

Nach zwei Heimspielpleiten in Serie empfangen die Stuttgarter Kickers am Samstag um 14 Uhr im heimischen Waldaustadion die Spielvereinigung Unterhaching. Gegen den Tabellenvierten aus Bayern sind die Blauen unter Zugzwang. Bei einer weiteren Heimniederlage könnte das Tabellenende bedrohlich näherrücken, weil die hinter den Kickers platzierten Mannschaften Alemannia Aachen, Wehen Wiesbaden, RW Erfurt und Bablsberg in direkten Duellen aufeinandertreffen.

So ungemütlich wie derzeit war es schon lange nicht mehr bei den Blauen unter dem Fernsehturm. Zwar war jedem klar, dass es nach dem Aufstieg in der Form weitergehen würde und man im Vorbeigehen jeden Gegner wegputzen würde, doch die jetzige Situation ist doch etwas besorgniserregend. Beginnend mit dem Spiel bei Borussia Dortmund II riss der Faden bei den Blauen. In den letzten sieben Spielen setzte es fünf Niederlagen und nur die schwächelnde Konkurrenz sorgt dafür, dass die Kickers nicht noch weiter unten stehen. Bis auf den wichtigen Sieg bei verunsicherten Erfurtern konnte kein Sieg mehr eingefahren werden. Die Mannschaft scheint nach dem blutleeren Auftritt gegen den KSC verunsichert zu sein. Das Fehlen von Jerome Gondorf als aggressiver und zweikampfstarker Spieler kann als Erklärung für den Klassenunterschied gegen die Badener nicht ausreichen, auch wenn seine Rückkehr ins Team nach abgesessener Gelbsperre sehr wichtig ist. Baustellen haben die Kickers im Moment ohnehin genug. Im Sturm gibt es keine echte Alternative zur “Lebensversicherung” Marco Grüttner. Dass sich Youngster Rico Wentsch als Nummer 2 etabliert hat, sagt alles über das aktuelle Leistungsvermögen der anderen Stürmer Peter Sprung und Omar Jatta. Einzig Tobias Rühle ist im Offensivbereich ein Lichtblick und scheint immer näher an die Stammelf heranzukommen. Neuzugang Marcos Alvarez, vor der Saison noch als Königstransfer gehandelt, hat bei den Blauen sportlich noch nicht Fuß fassen können. Im Offensiven Mittelfeld hat Enzo Marchese derzeit einen kleinen Durchhänger. Gleiches gilt für die beiden Außenverteidiger Kai Bastian Evers und Thorben Stadler, was dazu führt, dass Mahir Savranlioglu, Fabio Leutenecker oder Kevin Dicklhuber auf den offensiven Außenbahnen zu wenig mit brauchbaren Bällen versorgt werden. Wegen der Verletzung von Fabian Gerster gibt es derzeit aber keine echten Alternativen auf den Außenverteidigerpositionen. Leise Kritik kam zuletzt auch an den personellen Maßnahmen vor Kickers-Trainer Dirk Schuster auf, als der den bis dahin überzeugenden Sandrino Braun in die Außenverteidigung “versetzte” und dann ganz aus der Mannschaft rotierte. Ähnliches scheint sich nun bei Dominique Fennell zu wiederholen, der seinen Platz augenscheinlich an Patrick Auracher verloren hat, der Fennell bei seiner Gelbsperre vertreten hatte. Auracher wird gegen Unterhaching nach ordentlicher Vorstellung gegen den KSC wohl wieder an der Seite von Julian Leist verteidigen. Letztlich können sich die Blauen nur selbst aus dieser Situation befreien und sobald der Erfolg zurückkehrt werden auch die Probleme schnell wieder vergessen sein. Gegen Unterhaching müssen die Blauen wieder aggressiver zu Werke gehen, ansonsten wird es gegen den spielerisch starken Gegner, der mit 26 Toren die beste Offensive der Liga hat, sehr schwer.



Haching-Trainer Claus Schromm dürfte mit dem Saisonverlauf äußerst zufrieden sein und vor allem auswärts läuft es für die Bayern richtig gut. Mit 14 Punkten und nur einer Niederlage aus 8 Auswärtsspielen belegen die Bayern Platz 2 in der Auswärtstabelle. In den letzten drei Spielen lief es dann aber nicht mehr wunschgemäß. Einer herben 0:3 Heimpleite gegen Kickers Offenbach folgten Unentschieden gegen den KSC und RW Erfurt. Trotzdem sind die Bayern in der Favoritenrolle. Sie verfügen über einen sehr jungen und entwicklungsfähigen Kader, aus dem viele Spieler aus den Talentschmieden von Spitzenclubs wie dem FC Bayern München stammen. Torwart Stefan Riederer ist mit 26 Jahren der mit Abstand älteste Spieler im gesamten Kader. Haching spielt ähnlich wie der KSC ein 4-4-2-System und ist grundsätzlich sehr offensiv ausgerichtet. Das schlägt sich auch an der beachtlichen Zahl der Gegentreffer (20) nieder. Auch den Wechsel von Sascha Bigalke nach Köln, der Haching geschätzte 400.000 € in die Kassen spülte, konnten die Bayern gut wegstecken. Die Stürmer Niederlechner (2 Tore) und vor allem Rohracker (5 Treffer) werden von einem spielstarken und torgefährlichen Mittelfeld mit Willsch, Welzmüller, Yilmaz und Thee unterstützt, die zusammen bereits zehn Treffer erzielen konnten. Die Kickers-Defensive wird also auf allen Positionen gefordert werden und besonders die Außenverteidiger müssen funktionieren, wenn es keine weitere Niederlage geben soll. Unterhaching hat mit 32 Spielern einen der größten Kader der Liga, wird aber in den Medien immer dafür gefeiert, dass sie mit angeblich kleinem Etat viel erreichen. Dieses Märchen glauben sich die Hachinger wohl selbst schon lange nicht mehr. Einige Spieler werden von externen Investoren bzw. Sponsoren bezahlt, so dass deren Gehälter nicht vom offiziellen Etat der Spielvereinigung bezahlt werden müssen.

Die treuen Fans der Blauen, die auch am Samstag wieder im Stadion sein werden, erwartet mit Gewissheit ein interessantes und unterhaltsames Spiel. Unterhaching wird wie gewohnt offensiv auftreten und versuchen die angeschlagenen Kickers mit einem frühen Tor zu beeindrucken. Die Blauen wiederum müssen speziell in den Zweikämpfen entschlossener zu Werke gehen, um die Bayern zu stoppen. Außerdem müssen die Kickers endlich wieder spielerische Lösungen in der Offensive suchen. Lange Bälle werden auch gegen Haching nicht zum Erfolg führen, deshalb wird Dirk Schuster das Mittelfeld stärken und neben Rückkehrer Gondorf aller Voraussicht nach mit Ivanusa einen zweiten defensiv orientierten zentralen Mittelfeldspieler aufbieten. Mut sollte den Blauen die Treffsicherheit von Marco Grüttner machen. Wer so einen Stürmer in seinen Reihen hat, sollte ein bisschen mehr Mut zu offensiven Aktionen haben als gegen den KSC. Zudem werden die Kickers mehr Räume haben, um ihr Spiel zu entfalten. Aus Unterhaching werden erfahrungsgemäß kaum Fans mitreisen, so dass das Stadion ganz in blauer Hand sein wird. Die Kickers werden alles daran setzen, dass gegen Unterhaching die dritte Heimniederlage in Folge vermieden wird und die Kickers-Fans nach dem Spiel beim Paule vielleicht endlich wieder über einen Heimsieg diskutieren können – verdient hätten sie es allemal!

Auf die Blaue!

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